Historie
Geschichte des Standortes & der Garnison
Geschichte des Militärstandortes Stetten am kalten Markt
- 8. Jh .n .Chr.
Erste urkundliche Erwähnung des Ortes, der nachweislich bereits von Kelten besiedelt war. - 1910
Das XIV. Badische Armeekorps nimmt den 4800 Hektar große Gefechtsschießplatz Heuberg in Betrieb. Er liegt zu einem Drittel auf badischem und zu zwei Dritteln auf württembergischem und preußisch-hohenzollerischem Gebiet. - 1912
Baubeginn des rund 40 Hektar großen Barackenlagers für 6400 Soldaten und 2000 Pferde. - 1913
Am 9. Mai belegen die ersten 3000 Soldaten die neuen Unterkünfte. Die offizielle Einweihung wird am 14. Mai gefeiert. - 1914
Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers nördlich des Lagers Heuberg. Zu Spitzenzeiten sind dort bis zu 15.000 Russen, Franzosen, Serben, Engländer und Belgier interniert. - 1920
Nach dem Ersten Weltkrieg werden die ehemaligen Unterkünfte des Truppenlagers, die man zuvor als Durchgangslager genutzt hat, für Deutschlands größtes Kindererholungsheim genutzt. Zu Spitzenzeiten sind dort rund 3000 Jungen und Mädchen untergebracht. - 1933
Die Wehrmacht übernimmt die Gebäude, außerdem wird dort für knapp zehn Monate das erste „Konzentrationslager / Schutzhaftlager“ in Württemberg, Baden und Hohenzollern eröffnet. - 1940
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Barackenlager wird ein Reichsarbeitslager mit 400 Baracken, im Bereich der heutigen Alb-Kaserne, gebaut. - 1945
Am 22. April marschiert die Französische Armee in Stetten am kalten Markt ein. Kurz nach der Besetzung des Lagers Heuberg werden aus den Gefangenenlagern aus der Region mehr als 20.000 sogenannte Displaced Persons, sowjetische Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Flüchtlinge und befreite KZ-Insassen in die Baracken verlegt, wo sie auf die Rückkehr in die Heimat warten. - 1946
Die französischen Streitkräfte übernehmen die Unterkünfte und den Truppenübungsplatz für ihre Soldaten. Die 400 Baracken des Reichsarbeitsdienstes werden abgebrochen. - 1957
Die 1955 ins Leben gerufene Bundeswehr darf den Truppenübungsplatz Heuberg mitnutzen. - 1959
Anfang Dezember wird Stetten am kalten Markt Garnisonsgemeinde. Das Panzerbataillon 294 und die Panzerjägerkompanie 290 ziehen im Lager Heuberg als neue Nachbarn der Franzosen ein. - 1960
Am 1. Januar übergibt das französische Militär Teile des Lagers Heuberg und den 4800 Hektar großen Truppenübungsplatz an die deutschen Streitkräfte. - 1962
Baubeginn der Alb-Kaserne auf dem Gelände des ehemaligen Reichsarbeitsdienstes. Eröffnung des 123 Hektar großen Standortübungsplatzes für die Standorttruppen. - 1966
Die Alb-Kaserne feiert offiziell Einweihung. In den Folgejahren sind dort unter anderem das Fallschirmjägerbataillon 291, das Versorgungsbataillon 296, die Panzerbataillone 293 und 294, die Heeresoffiziersschule III, das Sanitätsbataillon 10 sowie das Feldjägerbataillon 750 beheimatet. - 1997
Ende Juli 1997 verlassen nach 51 Jahren die Franzosen das Lager Heuberg. Rund 950 Soldaten des 3e Régiment de Dragons (3. Dragonerregiment) kehren in ihre Heimat zurück. Die Bundeswehr übernimmt die freigewordenen Gebäude. - 2008
Im Frühjahr geht eine weitere Ära in der Alb-Kaserne zu Ende. Das Panzergrenadierbataillon 294, das vor einem halben Jahrhundert als erster Bundeswehrverband nach Stetten am kalten Markt kam, wird aufgelöst. Bis zuletzt pflegten die Soldaten eine Patenschaft mit der Garnisonsgemeinde. - 2010
Die Bundeswehr feiert den 100. Geburtstag des Truppenübungsplatzes Heuberg mit einem Großen Zapfenstreich und einem „Tag der offenen Tür“ in der Alb-Kaserne. - 2016
Im Frühjahr kommen auf einen Schlag 800 Soldaten und Soldatinnen des Artilleriebataillons 295 nach Stetten am kalten Markt, da ihr Standort in Immendingen (Landkreis Tuttlingen) geschlossen wird. - 2024
Zum zweiten „Tag der Bundeswehr“ Anfang Juni strömen knapp 30.000 Besucher von nah und fern in die Alb-Kaserne und die Truppenunterkunft Lager Heuberg, die zusammen rund 140 Hektar groß sind. - 2025
Die Kampfmittelabwehrschule, die den jeweiligen Standortältesten stellt, besiegelt eine Patenschaft mit der Garnisonsgemeinde Stetten am kalten Markt. - 2026
Aktuell sind mehr als zwei Dutzend Dienststellen mit rund 3000 Soldaten, Soldatinnen, zivilen Mitarbeitenden und Lehrgangsteilnehmenden in Stetten am kalten Markt beheimatet. Die zahlenmäßig größte Dienststelle mit 830 Männern und Frauen in Uniform ist das Artilleriebataillon 295. Einzigartig in den deutschen Streitkräften sind die Kampfmittelabwehrschule, die zentrale Ausbildungseinrichtung für Kampfmittelabwehrkräfte der Bundeswehr sowie die Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben, die zentrale Ausbildungsstätte für Brandschutz innerhalb der Bundeswehr.
Stand: 2026 / Text von: Oberstleutnant Joachim Lenk


